Zitronengras (Cymbopogon citratus) ist ein Süßgras, dessen zitroniges Aroma fast vollständig aus einem einzigen Stoff stammt: Citral. In Proben aus Sri Lanka liegt der Citral-Anteil im ätherischen Öl bei rund 72 Prozent, aufgeteilt in Geranial (41,21 Prozent) und Neral (31,13 Prozent), wie De Silva et al. (2020) im World Journal of Agricultural Research nachgewiesen haben. Genau dieser hohe Citral-Gehalt macht aus den faserigen Stängeln ein Gewürz, das frische Currys, Suppen und Tees prägt.
Anders als die meisten Online-Quellen behaupten, ist Sri Lanka kein Randspieler, sondern laut der pharmakologischen Übersicht von Shah et al. (2011) ein botanisches Ursprungsland des Zitronengrases. Bei MrCOLOMBO importieren wir die Stängel direkt von der Insel und kennen jede Station vom Feld bis zum Versand persönlich. Was Zitronengras chemisch ausmacht, woher die beste Qualität kommt und wie du es in deiner Küche richtig einsetzt, beantwortet dieser Beitrag mit konkreten Zahlen aus sri-lankischen Proben.
Kurzantwort
Ist Zitronengras ein Gewürz? Ja. Zitronengras ist ein tropisches Süßgras der Gattung Cymbopogon, das frisch, getrocknet oder gemahlen als Gewürz verwendet wird. Sein Aroma stammt zu rund 72 Prozent vom Aromastoff Citral (De Silva et al., 2020). Citral ist als Lebensmittelaroma in der EU zugelassen (FEMA 2303, FL-Nr. 05.020), Zitronengras selbst trägt jedoch keinen zugelassenen Gesundheits-Claim.
Auf einen Blick
Ist Zitronengras ein Gewürz oder ein Kraut?
Zitronengras ist beides zugleich: botanisch ein mehrjähriges Süßgras, kulinarisch ein Gewürz. Die Pflanze gehört zur Gattung Cymbopogon, die rund 55 Arten umfasst. Für die Küche zählt vor allem Cymbopogon citratus, während die nah verwandte Art Cymbopogon flexuosus überwiegend zur Gewinnung von ätherischem Öl angebaut wird (Singharaja Garden, Sri Lanka). Shah et al. (2011) beschreiben Zitronengras in ihrer pharmakologischen Übersicht ausdrücklich als "native to Sri Lanka and South India" und dokumentieren die traditionelle Verwendung in ganz Südostasien.
Die Verbraucherzentrale Bayern (2023) bestätigt Citral als die aromaverantwortliche Substanz und ordnet Zitronengras klar der asiatischen Küche und der Teezubereitung zu. Essbar ist allerdings nur der untere, weiche Teil des Stängels, etwa die ersten zehn Zentimeter über der Wurzel. Die holzigen oberen Halme werden zwar mitgekocht, aber vor dem Servieren entfernt, weil sie zu faserig zum Kauen sind. Wer Zitronengras als Gewürz kauft, bekommt deshalb meist genau diese aromatische Stängelbasis, frisch, getrocknet oder fein gemahlen.

Woher kommt das zitronige Aroma von Zitronengras?
Das unverwechselbare Zitronenaroma stammt fast vollständig von Citral, einer Mischung aus den beiden Stoffen Geranial und Neral. Figueiredo et al. (2008) identifizierten in ihrer Analyse 23 Verbindungen im ätherischen Öl, von denen Citral mit 73,3 Prozent dominierte (Geranial 42,2 Prozent, Neral 31,5 Prozent). Als Nebenkomponente fanden sie beta-Myrcen mit 7,5 Prozent. Damit ist Zitronengras eines der wenigen Gewürze, deren Charakter sich auf einen einzigen Hauptstoff zurückführen lässt.
Wie hoch der Citral-Gehalt genau ausfällt, hängt von Herkunft, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab. Ein Literatur-Review von 2024 nennt eine Bandbreite von 24,9 bis 48,0 Prozent für Geranial und 10,5 bis 35,1 Prozent für Neral. Die sri-lankische Studie von De Silva et al. (2020) liegt mit 41,21 Prozent Geranial und 31,13 Prozent Neral im oberen, aromatisch wertvollen Bereich. Citral ist in der EU als Lebensmittelaromastoff zugelassen (FL-Nr. 05.020, Verordnung (EG) Nr. 1334/2008) und trägt in den USA den GRAS-Status (FEMA 2303). Das erklärt, warum Zitronengras in Lebensmitteln, Tees und Getränken so verbreitet ist.
Unser Weg bei MrCOLOMBO
Wir beziehen unser Zitronengras direkt aus Sri Lanka, wo die Pflanze im warmen Inselklima besonders citralreich wächst. Mehr über unsere Direktimporte liest du in unserem Überblick zu Gewürzen aus Sri Lanka.
Warum lohnt sich Zitronengras aus Sri Lanka?
Sri Lanka hat eine dokumentierte Zitronengras-Geschichte, die kaum eine andere Quelle erzählt. Laut dem Department of Export Agriculture (DEA Sri Lanka) brachte J.F. Jovit im Jahr 1905 die Sorte "Kochin Sera" aus Südindien auf die Bandarawela-Farm. Der lokale singhalesische Name lautet bis heute "sera". Damit ist die Insel kein zufälliger Anbauort, sondern Teil der traditionellen sri-lankischen Kräuterwirtschaft, in der Zitronengras seit über einem Jahrhundert kultiviert wird.
Auch wirtschaftlich spielt die Insel eine Rolle. Sri Lanka exportiert Zitronengras als Oleoresin und ätherisches Öl, wie das Export Development Board (EDB, 2024) bestätigt. Der gesamte Gewürzexport des Landes lag 2024 bei rund 461,8 Millionen US-Dollar. Für Zitronengras-Öl meldet Tridge (Dez. 2025) sri-lankische Exportpreise zwischen 29,22 und 49,21 US-Dollar pro Kilogramm bei einem Jahreswachstum von 18,7 Prozent. Der Weltmarkt für Zitronengras-Öl wuchs laut Global Market Insights (2024) auf 56,3 Millionen US-Dollar und soll mit 9,7 Prozent pro Jahr weiter zulegen. Wer Sri-Lanka-Qualität kauft, profitiert von einem Ursprungsland mit langer Anbautradition statt von anonymer Massenware.

Wie wird Zitronengras angebaut und geerntet?
Zitronengras ist ein robustes Gras, das in den Tropen mehrere Ernten pro Jahr ermöglicht. Entscheidend für die Qualität ist der richtige Erntezeitpunkt. De Silva et al. (2020) ermittelten für sri-lankische Pflanzen einen maximalen Ölertrag nach rund 56 Tagen Wachstum. Der Ölgehalt unterscheidet sich dabei deutlich je nach Pflanzenteil: In den Blättern stecken etwa 0,91 Prozent, in den Schäften 0,7 Prozent und in den Wurzeln nur 0,2 Prozent ätherisches Öl. Diese Zahlen erklären, warum die Stängelbasis das aromatische Herzstück ist.
Global betrachtet dominiert die Asien-Pazifik-Region die Produktion mit über 70 Prozent des Welt-Outputs (Tridge, 2025). Indien führt den Markt an: Laut dem National Horticulture Board (NHB, 2024) werden dort auf rund 3.000 Hektar jährlich 300 bis 350 Tonnen Öl gewonnen, bei einem Ertrag von 80 bis 100 Kilogramm pro Hektar. Sri Lanka, Indien und Vietnam bilden die Top-3-Produzenten. Für die Küchenqualität zählt aber weniger die Menge als die Sorgfalt bei Ernte und Trocknung, denn ein zu spät geschnittenes oder schlecht getrocknetes Gras verliert einen Teil seiner flüchtigen Aromastoffe.
Frisch, getrocknet oder gemahlen - was ist besser?
Die häufigste Frage in Koch-Communities wie r/AskCulinary lautet: frisch, getrocknet oder als Paste? Die Antwort hängt vom Gericht ab. Frisches Zitronengras liefert das vollste, lebendigste Aroma, weil die flüchtigen Citral-Verbindungen noch intakt sind. Getrocknetes Gras ist deutlich länger haltbar und ideal für Tees und lange köchelnde Currys. Gemahlenes Pulver lässt sich am leichtesten dosieren, verliert aber durch die große Oberfläche schneller an Aroma. Das BZFE (2026) empfiehlt, gemahlene Gewürze maximal ein Jahr luftdicht zu lagern.
| Form | Aroma-Intensität | Haltbarkeit | Bestes Einsatzgebiet |
|---|---|---|---|
| Frisch (Stängel) | Sehr hoch | 1-2 Wochen (Kühlschrank) | Currys, Suppen, Marinaden |
| Getrocknet | Hoch | bis 1 Jahr | Tee, lange Schmorgerichte |
| Gemahlen | Mittel | max. 1 Jahr | Gewürzmischungen, schnelles Würzen |
Bei der Qualität lohnt sich ein zweiter Blick. ÖKO-TEST fand in einem einzigen Gewürz bis zu 15 verschiedene Pflanzenschutzmittel, acht konventionelle Produkte fielen mit "mangelhaft" durch. Auch Bio-Gewürze sind laut Stiftung Warentest nicht automatisch unbelastet. Direktimport mit nachvollziehbarer Lieferkette ist deshalb ein echtes Qualitätsargument, wie wir es in unserem Artikel zu den Vorteilen von Bio-Gewürzen ausführlich erklären.
Checkliste für den Einkauf
Riecht das Gras intensiv nach Zitrone? Ein schwacher Geruch deutet auf Aromaverlust durch zu lange oder falsche Lagerung hin.
Ist die Herkunft nachvollziehbar? Konkrete Angaben wie Sri Lanka oder Direktimport sind ein Qualitätssignal gegenüber anonymer Ware.
Liegt ein Bio- oder Fairtrade-Siegel vor? Das BZFE (2026) empfiehlt zertifizierte Ware, weil sie seltener mit Pestiziden belastet ist.
Ist die Verpackung luftdicht und lichtgeschützt? Sauerstoff und Licht zersetzen Citral, korrekte Gewürzlagerung bewahrt das Aroma.
Wie verwendet man Zitronengras richtig?
In der Küche entfaltet Zitronengras sein Aroma erst, wenn die Zellwände aufbrechen. Die Verbraucherzentrale Bayern (2023) empfiehlt deshalb, die Stängel vor dem Kochen anzudrücken, etwa mit dem Rücken eines Messers oder einem Fleischklopfer. Klassiker sind die Zitronengras-Kokos-Suppe und die thailändische Tom-Yum-Suppe, in der Zitronengras zusammen mit Galgant und Kaffirlimettenblättern die typische Aromatrias bildet. Das meistgesehene Lemongrass-Rezept weltweit, Hot Thai Kitchens "Tom Yum Goong", erreichte über drei Millionen YouTube-Aufrufe und zeigt: Frische Stängel sind deutlich aromatischer als gefrorene.
Zitronengras passt hervorragend zu Kokosmilch, Ingwer, Knoblauch, Chili und Limette. In sri-lankischen und südindischen Currys harmoniert es mit Kurkuma und Curryblättern, weshalb es gut zu einem authentischen Sri-Lanka-Curry passt. Über die Küche hinaus erlebt Zitronengras zwei Trends: Zitronengrastee als Wellness-Getränk, bei dem aufgeschnittene Stängel rund zehn Minuten köcheln (Utopia.de), und Zitronengras-Sirup als Cocktail-Basis (zwei Stängel, je eine Tasse Wasser und Zucker, zehn Minuten köcheln). So vielseitig ist kaum ein anderes asiatisches Gewürz.

Frisch angedrücktes Zitronengras aus Sri Lanka duftet sofort nach Zitrone und Blüte. Dieses lebendige Aroma bekommt man mit anonymer Massenware schlicht nicht.
MrCOLOMBO Erfahrungsbericht
Was sagen Wissenschaft und Behörden zu Zitronengras?
Zitronengras wird intensiv erforscht: Shah et al. (2011) listen 17 dokumentierte pharmakologische Aktivitäten, und Tibenda et al. (2022) bestätigen in Frontiers in Pharmacology die jahrhundertealte Verwendung auf drei Kontinenten. Wichtig für Verbraucher ist jedoch die rechtliche Einordnung: In der EU gibt es für Zitronengras keinen einzigen zugelassenen gesundheitsbezogenen Claim. Rund 2.000 botanische Health Claims stecken seit über 13 Jahren im EFSA-Prüfstau (Drouet et al., 2025). Aussagen wie "wirkt gegen" oder "heilt" sind daher rechtlich unzulässig und wissenschaftlich nicht abgesichert.
Sicherheitsseitig gibt es klare Referenzwerte. Die JECFA-Datenbank (WHO/FAO) nennt für Citral einen ADI-Wert von 0 bis 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Das EFSA FEEDAP-Panel (2023) bewertete Zitronengras-Öl als Futtermittelzusatz mit "no concern for consumers". Gleichzeitig mahnt WebMD (2024) zur Vorsicht: Für viele Anwendungen gebe es "no good scientific evidence", und in der Schwangerschaft sei Zitronengras "likely unsafe". Als Küchengewürz in üblichen Mengen gilt Zitronengras als unbedenklich, als konzentriertes ätherisches Öl ist jedoch Zurückhaltung geboten.
Wichtig
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Zitronengras hat in der EU keine zugelassenen Gesundheits-Claims. Unverdünnte ätherische Öle können laut BfR (2008) bei Säuglingen Atemprobleme auslösen, und in der Schwangerschaft ist von größeren Mengen abzuraten (WebMD, 2024). Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an deinen Arzt oder Apotheker.
Lohnt sich Zitronengras aus Sri Lanka?
Zitronengras ist ein vielseitiges Gewürz, dessen Charakter zu rund 72 Prozent auf dem Aromastoff Citral beruht (De Silva et al., 2020). Sri Lanka bietet mit seiner über hundertjährigen Anbautradition seit 1905 und dem citralreichen Inselklima eine Herkunft, die kaum ein Konkurrent in den Vordergrund stellt. Für die Küche gilt: Frisch ist am aromatischsten, getrocknet am haltbarsten, gemahlen am praktischsten. Wer Wert auf saubere Qualität legt, achtet auf nachvollziehbare Herkunft und Bio-Zertifizierung. Eine Auswahl aus unserem Direktimport-Sortiment findest du im Gewürzsortiment.































